Fotogalerie Weihnachtsmarkt         am 4. Dezember 2014

Projekt "Lernfilm"



 

Elementarwerk

 

Ein Filmprojekt mit Schüler_innen

der Erwin-von-Witzleben-Grundschule in Berlin-Charlottenburg

konzipiert von Stephan Kurr im Schuljahr 2013-14

 

1774 wurde von dem Reformpädagogen Johann Bernhard Basedow das so genannte Elementarwerk, eines der frühesten bebilderten Lehrbücher eingeführt. Die pädagogische Idee Basedows ist die Versinnlichung der Lehrinhalte. Daher beauftragte er den Berliner Maler und Grafiker Daniel Chodowiecki mit der Bebilderung. Dieser schuf rund 100 oft mehrfach unterteilte Bildtafeln. Es entstand ein Konvolut von Bildern für Kinder, mit denen sie die Welt in ihren unterschiedlichsten Fassetten begreifen sollten.

 

Am Anfang des Projekts stand die Überlegung, ob es möglich wäre einen zeitgemäßen Lehrfilm mit angemessenen Mitteln zu schaffen, einen Lehrfilm der nicht belehrt, sondern in der Sprache der Lernenden verfasst ist, also etwas, das man vielleicht besser als Lernfilm bezeichnen könnte.

Schülerinnen und Schüler sollten selbst Autorenschaft übernehmen, sich eigene Fragen stellen, Themen ihres täglichen Lebens beleuchten und dabei so viel als möglich selbst erarbeiten und herstellen: Drehbuch und Dialoge schreiben, Storyboard zeichnen, Kulissen und Tricktechnik bauen, Rollen sprechen und spielen. Und sie sollten natürlich auch überlegen welches Filmformat am besten zu dem passt, wovon sie berichten wollten: Spielfilm, Show, Dokusoap, Dokumentation usw. Eingebettet wurde das Projekt in zwei unterschiedliche Formate, einem Wahlpflichtkurs, frei wählbar für Schüler_innen der 5. und 6. Klassen und einem Klassenprojekt mit jeweils einer 5. und einer 6. Klasse.

Im Verlauf eines Schuljahrs entstanden so fünf Filme, zwei aus den halbjährigen Wahlpflichtkursen, die doppelstündig im Wochenturnus stattfanden und drei aus den Klassenprojekten.

 

Die Filme wurden in Zusammenarbeit mit dem Filmemacher Theo Thiesmeier realisiert. Die DVD enthält alle fünf Filmen und ein Interview von Barbara Lenz mit Theo Thiesmeier und Stephan Kurr.

Beziehbar unter film@lernfilm.org

www.lernfilm.org

 

Das Projekt würde gefördert vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung

 


… höher, weiter, ein Erweiterungsbau

für die Erwin-von-Witzleben-Grundschule in Berlin-Charlottenburg.

Ein partizipatives Kunst-am-Bau-Projekt

2010 – 2011

 

Kunst-am-Bau ist Auftragskunst. Doch wer ist Auftraggeber, wer formuliert den Auftrag und wer ist am Ende Nutzer und Besitzer des entstandenen Kunstwerks?

 

Stephan Kurr gewann 2010 den vom Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ausgeschriebenen Kunst-am-Bau-Wettbewerb für die Erwin-von-Witzleben-Grundschule ohne Entwurf, jedoch mit einem Strategievorschlag:

An der Erwin-von-Witzleben-Grundschule sollte über den Zeitraum eines ganzen Schuljahrs unter der Beteiligung aller circa 450 Schüler ein Kunst-am-Bau-Projekt durchgeführt. Das Projekt sollte in den Unterricht integriert und ergebnisoffen sein.

 

Nach einer Recherchephase, in der Qualitäten und Bedürfnisse der Schule ausgelotet worden waren, formten sich kleine Teams, die ihre Fiktionen in Modellen aus unterschiedlichsten Werkstoffen formulierten und im gesamten Schulgebäude verteilt ausstellten. Gleichzeitig drehten sie ein Film, der ihren Fragen, Wünschen und Ideen ihre eigene Sprache verlieh. Für die Kamera und vor der Kamera klären sie für sich selbst und erklären ihren Mitschülern, was sie denken und wollen. Jede Klasse fertigte einen ca. 3 bis 5-minütigen Clip ihrer Arbeit. Weitere filmische Zwischenberichte entstanden für Elternabend oder Schulfest. Der Film protokollierte einerseits das, was erarbeitet worden war und bot zugleich eine Verhandlungsbasis für die vielfältigen Entscheidungsprozesse. So war der Film während seines Entstehungsprozesses Werkzeug und gleichzeitig Leitfaden von Klasse zu Klasse, von Lehrerkonferenz zu Elternabend und am Ende auch Souvenir aller seiner Mitarbeiter.

(DVD 23min, Schnitt + zweite Kamera: Theo Thiesmeier; Interview: Dr. Silke Feldhoff)

 

Die zentralen Themender Schülerinnen und Schüler der Erwin-von-Witzleben-Grundschule – eine Plattform zur Selbstdarstellung und eine Rückzugsmöglichkeit aus dem offenen, von überall einsehbaren Schulhof – mündeten in den Bau einer erhöhten Fläche und in den Umbau der Begrenzung des Schulgeländes. Im Pausenhof entstanden Holzpodeste, die Bühne sein können, Laufsteg oder Kampfarena. Der alte Zaun der das Schulgelände einfasst wurde aufgebrochen, einzelne Elemente wurden zum Bürgersteig hin versetzt. Gabionen und Heckenelementen bilden vielfältige Nischen. Ein roter, labyrinthisch mäandernder Zaunbegrenzt nun das Schulgelände und beschreibt eine neue Korrespondenz zwischen innen und außen, zwischen Schulhof und Stadtraum.